Die erste Ausgabe des celloFORUM Jeremias Fliedl fand vom 15.-19.02.2025 im Benediktinerstift Lambach statt. Sechs Teilnehmende aus drei Nationen experimentierten an insgesamt fünf Tagen intensiv mit neuen Übe- und Auftrittsphilosophien, inspirierten sich gegenseitig und hatten dabei nicht zuletzt viel Freude und die Gelegenheit, neue Freundschaften zu knüpfen.
Darüber hinaus fand die "Klangwerkstatt" mit dem renommierten oberösterreichischen Geigenbaumeister Roland Schueler statt. Die Teilnehmenden erhielten spannende Einblicke in die Kunst des Streichinstrumentenbaus, erfuhren aber auch mehr über ihre eigenen Instrumente.
Das celloFORUM Jeremias Fliedl beinhaltete ebenso eine Führung durch die Klosteranlage von Stift Lambach. Ein fulminantes Abschlusskonzert krönte die erste Ausgabe des celloFORUM Jeremias Fliedl im Rahmen der Musikakademie Stift Lambach am 19.02.2025 im barocken Sommerrefektorium des Stifts.
Jeremias Fliedl
Jeremias Fliedl ist einer der führenden österreichischen Cellisten seiner Generation. Erfolgreiche Auftritte als Solist und Kammermusiker führten ihn zu den Salzburger Festspielen, der Mozartwoche Salzburg, der Schubertiade Hohenems, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Carinthischen Sommer, dem Südtirol Festival Merano, CLASSIX Kempten, den Musiktagen Mondsee, dem Vevey Spring Classic Festival, dem internationalen Kammermusikfestival Utrecht, dem Grachtenfestival Amsterdam, dem Viotti Festival, dem Lake District Summer Music Festival, den Salzkammergut Festwochen Gmunden, dem Festival Sankt Gallen, in den Wiener Musikverein, das Wiener Konzerthaus, das Palais des Beaux-Arts Brüssel, das Konzerthaus Dortmund und die Laeiszhalle Hamburg.
Er trat u. a. mit Petrit Çeku, Stéphane Denève, Veronika Eberle, Ariane Haering, Martin Haselböck, Ziyu He, Maximilian Kromer, Gerhard Marschner, Callum McLachlan, Nikola Meeuwsen, Nils Mönkemeyer, Daniel Müller-Schott, Benedict Mitterbauer, Julian Rachlin, Timothy Ridout, Linus Roth, Case Scaglione, Benjamin Schmid, dem Simply Quartet, Emmanuel Tjeknavorian, Kiron Atom Tellian, Dimitry Udovichenko und Dominik Wagner auf.
Als Solist konzertierte er mit Orchestern wie den Brüsseler Philharmonikern, dem Orchestra Sinfonica di Milano, den Bremer Philharmonikern, dem Königlich-Wallonischen Kammerorchester, dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn, dem Münchener Kammerorchester, den Salzburger Orchester Solisten, den Zagreber Solisten, dem Zagreb Chamber Orchestra, der Beethoven Philharmonie, dem Matrix Orchestra, dem Kärntner Sinfonieorchester, der Academia Ars Musicae, der Österreichisch-Koreanischen Philharmonie, dem Sandor Végh Institut Kammerorchester, der Webern Kammerphilharmonie, der Euro Symphony SFK, dem Sinfonieorchester der Philharmonie Olsztyn, dem Artsakh Sinfonieorchester und dem Kaunas City Symphony Orchestra.
„Er ist jemand, der es versteht, das Cello singen zu lassen, der die melodischen Bögen der Musik voll auskostet, ihnen Zeit zur Entfaltung gibt.“ - Holger Sambale, Klassik Heute (11.03.2024)
In der Saison 2025/26 debütiert Jeremias Fliedl mit dem Thessaloniki State Symphony Orchestra unter Thomas Sanderling, mit dem Danish Chamber Orchestra unter Adam Fischer, mit dem Orchestra della Toscana, mit dem Wiener KammerOrchester unter Joji Hattori wie auch mit dem Orchestre National de Lyon unter Thomas Guggeis.
2024 erschien sein Debüt-Album „TRANSFORMATION“, das bei der Fachwelt großen Anklang fand: "ein prächtiges Fest von Cello-Timbres" (BBC Music Magazine), „fulminant“ (Die Presse), „technisch brillant und mit erstaunlicher musikalischer Reife“ (Concerti), “mitreißend” (Salzburger Nachrichten), „beseelte Expressivität, herrliches Legato“ (Klassik Heute). Das Album wurde mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn unter Emmanuel Tjeknavorian aufgenommen und erschien beim Label Berlin Classics.
1999 in Klagenfurt geboren, wurde Jeremias Fliedl nach der Grundausbildung bei Igor Mitrovic in seiner musikalischen Entwicklung wesentlich von Heinrich Schiff als dessen letzter Student an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien betreut und geprägt. Er absolvierte sein Bachelorstudium bei Clemens Hagen an der Universität Mozarteum Salzburg und schloss sein Masterstudium bei Julian Steckel an der Hochschule für Musik und Theater München ab. Wichtige künstlerische Impulse erhielt er von Daniel Müller-Schott und Michael Sanderling. Er ist Preisträger des Liezen Wettbewerbs, des Svirél Wettbewerbs, des Antonio Janigro Wettbewerbs und zudem als erster österreichischer Cellist Preisträger des Queen Elisabeth Wettbewerbs.
Jeremias Fliedl spielt das "ex Gendron, Lord Speyer", ein Violoncello von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1693, das ihm privat zur Verfügung gestellt wird.
Klangwerkstatt am 17.02.2025
Im Rahmen des celloFORUM Jeremias Fliedl veranstaltete die Musikakademie Stift Lambach die Klangwerkstatt, ein Workshop rund um das Thema Klangeinstellung und Instrumentenbau – zusammen mit Geigenbaumeister Roland Schueler.
Roland Schueler, Geigenbaumeister
1969 in Ried im Innkreis geboren, besuchte Roland Schueler das Musikgymnasium Linz, bevor er in Mittenwald das Handwerk des Geigenbaus erlernte. Es folgten Gesellenjahre als Instrumentenbauer bei Konrad Stoll in Kempten im Allgäu. Als Geigenbaumeister führt Roland Schueler seit 1999 in Wien sein eigenes Atelier. Der Neubau von Violinen, Violen und Violoncelli bildet den Schwerpunkt seiner Arbeit.
Er absolvierte ein Violoncello- und Instrumentalpädagogik-Studium in Linz und Wien bei Michael Dallinger und Andreas Lindenbaum. In den frühen 2000er Jahren war Roland Schueler fünf Saisonen lang im Bühnenorchester der Wiener Staatsoper engagiert. Seit über zwei Dekaden arbeitet Roland Schueler als Cellist mit Formationen wie PHACE contemporary music, Ensemble Wiener Collage und Trio EIS.